Geschichte

      


GesetzlicheGrundlagen

Das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer gegenVerunreinigung vom 16. März 1955 enthielt als Rahmengesetz den Katalog vonMassnahmen die zur Gesundung und zur Gesunderhaltung der Gewässer unbedingtnotwendig waren. Der Vollzug blieb den Kantonen überlassen. Aufgrund dieserAusgangslage erliess der Kanton Schwyz am 5. April 1960 das Einführungsgesetzzum Bundesgesetz. Es übertrug den Gemeinden insbesondere die grosse Aufgabe, diedem Gewässerschutz dienenden Massnahmen, vor allem durch den Bau von Kanalisationenund Sammelreinigungsanlagen, zu fördern.

                                                                                              

Gründung des Abwasserverbands Schwyz

InNachachtung des gesetzlichen Auftrags schlossen sich die drei Gemeinden Schwyz, Ingenbohl und Steinen am 19. Juni 1964 zu einem Zweckverband, demAbwasserverband Schwyz, zusammen. Die durch die Stimmbürger der dreiGemeinden und durch den Regierungsrat genehmigten Statuten schrieben demVerband vor, den Bau der gemeinsamen Abwasseranlagen zu planen und auszuführen.

 

Projektierungsarbeiten

DerGründung des Zweckverbandes gingen ausgedehnte Projektierungsarbeiten voran.Die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung undGewässerschutz der ETH Zürich lieferte Ende 1962 Studien über die Abwassersanierungim Raume Schwyz ab. Sie empfahl die drei Gemeinden wassertechnisch zusammen zuschliessen und für ihre Siedlungsgebiete generelle Kanalisationsprojekteauszuarbeiten, die auf den Abwasserzusammenschluss auszurichten seien.

DieProjektierungskosten der gemeinsamen Abwasserreinigungsanlagen durch dasIngenieurbüro Kuster und Hager, Uznach beliefen sich auf Fr. 69'154.-. DerKostenverteilschlüssel (Schwyz: 60%; Ingenbohl: 30%; Steinen: 10%) wurde damalsaufgrund der Beschickungsmengen festgelegt.

 

Der Ruf nach gesundem Wasser

Bisin die 60er-Jahre wurde das Abwasser ungereinigt in unsere Bäche und Seengeleitet. Die Gewässer waren mit dem Schmutz hoffnungslos überfordert. Esentstanden stinkende Kloaken. Mit einem eindringlichen Appell wandte sich derVorstand des Abwasserverbands Schwyz in einer Orientierungsbroschüre im Oktober1965 an die Stimmbürger der drei Gemeinden, als es darum ging, Projekt undKostenvoranschlag für eine Abwassersanierung vor das Volk zu bringen. U.a. wurdedie Bevölkerung mit folgenden Aussagen aufgerüttelt: "Ohne gesundes Wasser kannkein Lebewesen auf die Dauer auskommen" - "Der von uns geschaffene hohe Lebensstandard schliesst nicht das Rechtin sich, dass eine einzige Generation die von der Natur zur Verfügung gestellteunermessliche Quelle der Ernährung und Erhaltung von Mensch und Tier derarthemmungslos ausbeutet, beschmutzt und verschleudert, dass unsere Gesundheit unddie unserer Kinder heute bereits ernstlich in Frage gestellt ist."  Dieser beeindruckende Appell trugentscheidend dazu bei, die Bevölkerung aufzurütteln, sowie das Verständnis umdie Belange der Abwasserreinigungsanlage zu wecken und zu fördern.

 

Bau der ARA-Anlagen

Anfangs1966 genehmigten die Stimmbürger der drei Gründergemeinden mit eindrücklichenMehrheiten Projekt und Kostenvoranschlag für die gemeinsame Abwassersanierung.Im "Schlund", zwischen Muota und Seewern, bei der Seewernmündung in die Muota,an der heutigen Seewernstrasse 221 konnten für den Bau der Kläranlage je eineParzelle von der Genossame Schwyz (ca. 20'000 m2) und von derGenossame Ingenbohl (ca. 7'500 m2) käuflich erworben werden. AlsReinigungssystem wurde das klassische Schlammbelebungsverfahren mit mechanischenund biologischen Reinigungsstufen gewählt.

VonSteinen, von Schwyz, Rickenbach und Ibach, sowie von Brunnen her wurden Sammelkanäle,Pumpwerke und Regenwasserklärbecken projektiert. Es wurde mit Kosten von totalFr. 14'520'000.- gerechnet.

Am19. Juli 1968 fand die Grundsteinlegung der ARA statt. Im Herbst 1970 konntedie Kläranlage in Betrieb genommen werden. Von den rund 12km Sammelkanälen undden Sonderbauwerken waren zu diesem Zeitpunkt etwa die Hälftefertiggestellt. 

 

Aufnahme weiterer Gemeinden in denAbwasserverband Schwyz

ImApril 1975 wurden die Gemeinden Morschach,Lauerz und Steinerberg in den Abwasserverband Schwyz aufgenommen. Noch inden revidierten Statuten von 2001 bildeten Schwyz, Ingenbohl und Steinen als Gründergemeindenexplizit den Abwasserverband Schwyz; die erwähnten, aufgenommenen Gemeindenwurden als Anschlussgemeinden aufgenommen, erhielten aber auch das Stimmrechtim Vorstand. Erst mit der Statutenrevision von 2016 wird zwischen Gründer- undAnschlussgemeinden kein Unterschied mehr gemacht.

ImFrühsommer 2017 wird die Gemeinde Sattelihre Abwässer in die ARA Schwyz leiten und damit siebte Verbandsgemeinde desZweckverbands werden.

Verhandlungenmit den Gemeinden Muotathal und Illgau bezüglich Abwasserlieferung in die ARASchwyz befinden sich im Anfangsstadium.

 

Ausbau der ARA-Anlagen

Inden Jahren 1989 bis 1991 wurde die Schlammbehandlung ausgebaut. Im Jahre 2003realisierte der Verband die Schlammtrocknung.

2009wurde der Ausbau und die Gesamtsanierung der Kläranlage in Angriff genommen.Der grösste Teil der ARA Schwyz stammte aus dem Jahr 1970. Inzwischen warenBauten und Anlagen veraltet und abgenutzt und mussten ersetzt oder saniertwerden. Auch galten strengere Vorschriften für die Abwasserreinigung als vor 40Jahren. Unter diesen Voraussetzungen beschloss der Vorstand, die ARA Schwyz inzweijähriger Bauzeit den heutigen Anforderungen anzupassen. Mit einem Aufwandvon ca. 22 Mio. CHF wurden u.a. folgende Anpassungen realisiert:

  • Umbau der bestehenden Kombibecken(Vorklär-/Belüftungsbecken) zu grossen Vorklärbecken

  • Umwandlung des bestehendenNachklärbeckens Ost zu einem neuen Regenklärbecken

  • Neubau der biologischen Reinigungsstufeals Biofilter

  • Ersatz der mechanischen undelektronischen Ausrüstungen der Schlammbehandlung

  • Sanierung der Faultürme undSchlamm-Stapelbecken

  • Neues Leitsystem zur Steuerung undÜberwachung der Reinigungsprozesse

  • Einbau eines Kleinwasserkraftwerks

  • Bau einer Biofilter-Anlage für dieReinigung der Abluft der Trocknungsanlage

     

     

Neue Aufgaben warten

EinBlick in die Zukunft zeigt, dass die Massnahmen zum Schutz unserer Gewässernoch nicht abgeschlossen sind. So müssen bis 2030 sog. Mikroverunreinigungeneliminiert werden. Spuren aus Arzneien, Kosmetika und vielen andern chemischenStoffen wirken sich nämlich schon in sehr tiefen Konzentrationen negativ aufdie Umwelt aus. Der Vorstand des AVS hat sich entschlossen, mit derRealisierung einer derartigen Reinigungsstufe zuzuwarten, bis die Methoden zurEliminierung solcher Stoffe ausgereifter sind. Allerdings muss jährlich fürjeden an die ARA angeschlossenen Einwohner eine Ersatzabgabe von Fr. 9.- ineinen Bundesfonds einbezahlt werden. Aus diesem Fonds werden dann dierealisierten Projekte zu 75% subventioniert.